Am 16. Juli 2016 spielte der Pianist Keith Jarrett in der Münchener Philharmonie ein Solokonzert, das nun auf einer Doppel-CD, „Munich 2016“ betitelt, bei Jarretts Hauslabel ECM am 1.11. erscheinen wird. Jarrett improvisierte an diesem Abend vorwiegend über Eigenmaterial, doch im Zugabenteil interpretierte er drei Jazzstandards, darunter Harold Arlens „Somewhere over the Rainbow“, eine Nummer die Jarrett seit Jahrzehnten besonders gerne zum Abschluss seiner Solokonzerte spielt, und auch „It’s a Lonesome Old Town“ – dieses Stück wird bereits ab dem 4. Oktober auf allen Streaming-Plattformen zu hören sein. Bei ECM hat Jarrett bereits über neunzig Alben veröffentlicht.

Der Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik geht an das Émile Parisien Quartet für „Double Screening“ und damit an die in München ansässige Plattenfirma ACT. Die Jury des wichtigsten deutschen Musik-Kritikerpreises hat das Album zu den elf besten Alben des Jahres 2019 gewählt. Als Begründung heißt es: „Der französische Saxophonist Émile Parisien, Jahrgang 1982, zählt zu den Glücksfällen des europäischen Jazz. Seine Musik fährt in die Beine, ohne das Hirn zu vernachlässigen, sie liebt die dichte Struktur, aber auch griffige Pointen, und besitzt Witz im doppelten Sinn … Ja, das Émile Parisien Quartet tönt selbst dann noch unangestrengt und homogen, wenn es einen Spagat zwischen Free Jazz und der reduzierten Avantgardesprache eines Anton Webern vollzieht.“ Ebenfalls mit dem Jahrespreis wurde Marilyn Mazur und ihr Album „Shamania“ (RareNoise) ausgezeichnet. Von Seiten der Jury heißt es dazu: „‚Shamania‘ ist für Mazur wie eine elementare Kraft, ein Motto, unter dem sich hochvirtuose Musikerinnen wie zu einem weiblichen Stammestreffen zusammenfinden.“

Die Jazzmesse jazzahead!, die jährlich in Bremen stattfindet, wurde für den 14. Europäischen Kultur­marken-Award nominiert. Der Award wurde 2006 von dem Berliner Kulturmarken- und Kultursponsoring-Unternehmen Causales ins Leben gerufen. Nominiert ebenfalls: die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und die Jubiläumsmarke 100 Jahre Bauhaus. Eine 42-köpfige Jury aus Kultur, Wirtschaft und Medien wird am 7. November in Essen bekannt geben, wer sich mit jenem Award schmü­cken darf.

Nach dem Labeldebüt bei Impulse! mit der Aufnahme „Trust in the Lifeforce of the Deep Mystery“ im März dieses Jahres, bringt die um den derzeit hippen Saxophonisten Shabaka Hutchings arrangierte Band The Comet Is Coming die EP „The Afterlife“ heraus. Die Einspielung entstand zur selben Zeit wie die von „Trust …“ „Die beiden Aufnahmen können als Weggefährten betrachtet werden, die ohne einander nicht existieren können“, sagt Danalogue, ein Mitglied des Trios, „wie Tag und Nacht, Licht und Dunkel, Schöpfung und Zerstörung. Sie wurden zur selben Zeit gemacht und waren immer dazu bestimmt, gemeinsam gehört zu werden.“ Bei einer der sechs neuen Nummern dieser EP, dem fast achtminütigen „All That Matters is the Moments“, ist mit The Comet Is Coming der Slam-Poet Joshua Idehen zu hören. Momentan ist „The Afterlife“ nur als Download erhältlich, eine Vinyl-Version und eine CD-Ausgabe erscheinen am 6.12.

Der Freistaat Bayern hat seine Jazzförderung im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr auf 100.000 Euro verdoppelt. (Zum Vergleich: Baden Württemberg hat für Jazzförderung im gleichen Jahr 345.000 Euro vorgesehen.) Die Vergabe der Gelder ist seit 2019 dem Bayerischen Musikrat (BMR) übertragen. Die Mittel werden nach Entscheidung einer Expertenkommission zur Unterstützung von Festivals in Bayern eingesetzt. Bedingung: Das geplante Festival sollte von überregionaler Bedeutung sein, ein künstlerisches Konzept sowie ein Finanzplan müssen ihm zugrunde liegen. Darüber hinaus ist die Prämierung von Konzert-Programmen geplant. Gefördert werden Jahresprogramme oder Veranstalter, etwa solche, die auch Newcomern regelmäßig eine Bühne bieten. Für das kommende Jahr können bis zum 15. März 2020 Anträge auf Bayerische Jazzfestivalförderung beim Bayerischen Musikrats gestellt werden. Auf der Homepage des BMR finden sich Informationen zu den Richtlinien der Förderfähigkeit sowie eine Checkliste, die das Ausfüllen von Anträgen erleichtern soll. Informationen unter:http://www.bayerischer-musikrat.de/Förderung/Jazzförderung. Telefonische Unter­stützung durch Projektbüro „Jazzförderung“: Manuel Mayerle 08342/9618-76.

Das Trio Heuken/Stadtfeld/Heigenhuber erhält den Leipziger Jazznachwuchspreis 2019. Das Preisträgerkonzert gibt es am 10. Oktober. Es wird die 43. Leipziger Jazztage eröffnen. Die Verleihung des jährlich vergebenen Preises findet seit 2011 im Rahmen der Jazztage statt und wird vom Jazzclub Leipzig e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Leipzig organisiert. Der Jazznachwuchspreis der Stadt Leipzig ist auf 6.500 Euro dotiert und wird von der Marion-Ermer-Stiftung mit 1.000 Euro unterstützt. Die Jury aus Nicole Johänntgen, Christian Lillinger und Bert Noglik kürte das Preisträgertrio aus sechzehn Bewerbungen. In der Begründung für die Preisvergabe heißt es: „Das Trio Heuken/Stadtfeld/Heigenhuber überzeugt mit einem auf dichter Interaktion beruhenden Spiel in der exquisiten Besetzung mit Vibraphon, Schlagzeug und Kontrabass. Dabei tragen alle Instrumente gleichberechtigt zu einem kammermusikalisch orientierten Jazz voller Drive und Dynamik bei. Der Vibraphonist Volker Heuken, der Schlagzeuger Max Stadtfeld und der Kontrabassist Lorenz Heigenhuber haben sich während ihres Studiums an der Leipziger Musikhochschule zum Trio zusammengeschlossen und in einem dreijährigen gruppenbezogenen Arbeitsprozess zu einem Bandprofil mit einer eigenen Klang­sprache gefunden. Die Musiker, die auch Veranstaltungsreihen initiieren, tragen mit ihrem Schaffen zu einer Bereicherung der Leipziger Jazzszene bei.“

Robert Glasper, bei Blue Note unter Vertrag, trat im vergangen Jahr 48 Mal innerhalb von 24 Tagen im New Yorker Renommierclub Blue Note auf. Der Zulauf damals war dermaßen groß, dass man in diesem Jahr noch einen drauf setzt: Einen Monat lang, vom 3.10. bis 3.11., absolviert Glasper diesmal im Blue Note 56 Konzerte in wechselnden Bestzungen, etwa mit dem Acoustic Trio und Vincente Archer und Damion Reid sowie als Gast DJ Jahi Sundance, The Original Robert Glasper Experiment oder mit Esperanza Spalding sowie dem Rapper Yasiin Bey aka Mos Def.

Uwe Plath heißt der neue Vorsitzende des Dortmunder Jazzclubs domicil. Er wurde bei der Jahreshauptversammlung der Vereinsmitglieder gewählt und folgt auf Udo Wagener, der dem Jazzverein seit 2008 vorstand und nun Ehrenvorsitzender ist. Plath, der die Glen Buschmann Jazz Akademie leitet, hat in Dortmund, Hilversum und Rotterdam ein Musik- und Saxophonstudium absolviert. Wagener sowie seine Frau Sophie Graebsch-Wagener stifteten zum Abschied einen Preis, der künftig an Nachwuchs-Jazzer im Rahmen eines Wettbewerbs vergeben werden soll.

Für das Winter-Festival in Saalfelden „3 Tage Jazz“ stehen nun die ersten Acts fest. Zwischen dem 17. und 19. Januar 2020 treten dort unter anderem das Trio Aïrés, das Émile Parisien Quartet mit „Double Screening“, Clemens Sainitzer solo, das Lorenz Raab Septett mit „In A Silent Way“, Grencsó Collective Special 5 & Ken Vandermark mit „Do not slam the Door!” und Klaus Paier & Asja Valcic feat. Rolf Kühn & Patrice Héral auf. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Auf Basis der höchsten Verkaufszahlen im Zeitraum vom 30.08. – 3.10. 2019 hat die GfK Entertainment GmbH die offiziellen Jazz Charts für den Monat September veröffentlicht. Hier die Top Ten. 1. Miles Davis „Rubberband“ (Rhino), 2. John Coltrane „Blue World“ (Impulse!), 3. Triosence „Scorpio Rising“ (Okeh), 4. Iiro Rantala „My Finnish Calendar“ (ACT), 5. Avishai Cohen & Yonathan Avishai „Playing The Room“ (ECM), 6. Jacob Karlzon „Open Waters“, (Warner) 7. Nighthawks „Next to the Roxy“ (Herzog), 8. Miles Davis „Kind Of Blue“ (Columbia), 9. Martin Tingvall „The Rocket“ (Skip), 10. Frank Sinatra „Ultimate Sinatra: The Centennial Collection“ (Universal)

Am 15. November beginnt der Vorverkauf für das Internationale Jazzfestival in Münster: Jazz Inbetween, das am 5.1.2020 sattfindet. Unter der künstlerischen Leitung von Fritz Schmücker stehen drei Konzerte mit ganz unterschiedlichen Klangfarben auf dem Programm – eine ausgewählte Mischung aus bekannten Jazzgrößen und kreativen New­comern, bei der mindestens eine Deutschland-Premiere eingeplant ist. Namen waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.