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Alexander von Schlippenbach durfte für eine Konzerttour mit seinem Trio aus Evan Parker, sax, und Paul Lytton, dr, im März nicht in die USA einreisen. Die amerikanische Botschaft stellte ihm kein Visum aus. Von Schlippenbach war unter anderem für das renommierte Big Ears Festival in Knoxville, Tennessee gebucht, ferner noch für Chicago und New York.

Das Programm des alljährlichen Vision Festival (11.-16. Juni) in New York stand bei der Drucklegung noch nicht fest. Was man aber weiß: In diesem Jahr wird der Schlagzeuger Andrew Cyrille geehrt: „Celebrating Andrew Cyrille‘s lifetime of achievement“ heißt es da offiziell. Cyrille wird damit ein ganzer Festival-Tag gewidmet, an dem er in diversen Konstellationen seiner Wahl zu hören sein wird. Angekündigt fürs Festival-Lineup sind bereits ebenfalls Milford Graves, Peter Brötzmann, Wadada Leo Smith, Brandon Ross. Gewürdigt wird auch das Werk des französischen Bildhauers Alain Kirili. Wie im vorigen Jahr findet das von Patricia Nicholson Parker 1996 gegründete Vision Festival im Brooklyner Roulette sein Zuhause.

Zum Jahresbeginn hat das Team der Union Deutscher Jazzmusiker e.V. (UDJ) an der Geschäftsstelle in Berlin Verstärkung bekommen: Die promovierte Sozialwissenschaftlerin Laura Block ist neuerdings bei der UDJ als Projektleiterin für den Bereich Gleichstellung zuständig. In dieser Funktion betreut sie unter anderem eine von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien maßgeblich finanzierte wissenschaftliche Nachauswertung der Jazzstudie 2016 unter Aspekten der Geschlechtergerechtigkeit. Ferner unterstützt sie den Vorstand und die Mitglieder in weiteren Anliegen rund um das Thema Gleichstellung.

Die Kreuzschifffahrten Blue Note at See gehen in die nächste Runde. Man darf bereits für die Reise vom 25. Januar bis 1. Februar 2020 unter + 800 852 99872 telefonisch buchen. Durch die Tage an Bord werden da Marcus Miller, Don Was und Robert Glasper führen. Es heuern unter anderem Musiker an wie Gregory Porter, Melody Gardot, David Sanborn, Christian McBride, Cyrille Aimée. In einem der Anlegehäfen wird Kamasi Washington auftreten.

Dominic Miller hat sich mit seinem Album „Absinthe“ an die Spitze der Offiziellen Deutschen Jazz-Charts gesetzt. Supergroup-Klänge auf der Zwei und der Vier: Nils Landgren, Michael Wollny, Lars Danielsson und Wolfgang Haffner („4 Wheel Drive“) bzw. Rymden („Reflections and Odysseys“). Die südkoreanische Sängerin Youn Sun Nah mit „Immersion“ liegt auf der Drei. Auf der Fünf das Branford Marsalis Quartet mit „The Secret between the Shadow and the Soul“. Hiernach dann: The Comet Is Coming („Trust in the Lifeforce of the Deep Mystery”), das Omer Klein Trio („Radio Mediteran”) sowie Snarky Puppy („Immigrance”). Die Offiziellen Deutschen Top 20 Jazz-Charts werden von GfK Entertainment monatlich im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. ermittelt. Basis jener Charts sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2800 Einzelhändlern.

Die Freunde der Improvisierten Musik / Offene Ohren e.V. haben zu ihrem 200. Konzert am 3. Mai nicht nur das Duo Joe McPhee / Paal Nilssen-Love eingeladen, sondern auch den Jazz-Fotografen Zˇiga Koritnik, der seinen unlängst erschienenen Bildband, siehe auch JP 4/19, vorstellen wird. Auch VertreterInnen des Kulturreferats der Stadt München als Schirmherr dieser seit 2004 laufenden Konzertserie werden zugegen sein.

Werner X. Uehlinger lenkt wieder die Geschicke von Hat Hut Records Ltd. Drei Jahre und 36 CDs lang hatte die Outhere Music Group das renommierte, 1975 gegründete Label, geleitet. Unter den kommenden Titeln des wieder unabhängigen Labels: Jimmy Giuffre 3 „Graz Live 1961“, Alex Hendriksen/Fabian Gisler „The Song Is You“, Hildegard Kleeb/Roland Dahinden/Alexandre Babel „Lines“, Franz Koglmann Septet „Fruits of Solitude“, Russ Lossing Trio „Ways“, Albert Ayler „Quartets 1964 Saints to Holy Spirits Revisited“, Daniel Studer „Extended for Strings & Piano“.

Der in Chicago ansässige Musikkritiker und Labelinhaber (Corbett vs. Dempsey) John Corbett hat ein Buch über Musik der Siebzigerjahre veröffentlicht. Es heißt „Pick Up the Pieces. Excursions in Seventies Music“ (The University of Chicago Press). Es behandelt alle möglichen Musikrichtungen, die in den Siebzigerjahren eine Rolle spielten, also Rock, Disco Pop, Soul, Jazz, Folk, Funk. Es soll eine sehr persönlich gehaltene Musikgeschichte sein, in der es auch ums Erwachsenwerden geht, und ebenso ein Panorama der Zeit. Dem Online-Literaturmagazin The Rumpus sagte Corbett: „One of the challenges I set myself in ‚Pick Up the Pieces‘ was to try to find my own way to write about music that’s very broadly known, what saxophonist Joseph Jarman once called ‚universal property‘.” In jenem Interview erzählt Corbett ferner, er sei gerade an einem knappen, poetischen Büchlein über Albert Aylers Tod dran, das die drei Wochen, bevor dessen Köper im East River von NYC gefunden wurde, zum Thema haben wird, hätte aber gerade auch einen Liner Notes-Auftrag für eine Box erhal-ten, die Aufnahmen von Bengt „Frippe“ Nordström versammelt, jenem schwedischen Saxophonisten, der Ayler als Allererster (1962) auf seinem Label Bird Notes veröffentlichte. Nordströms Label-Umtriebe waren vergleichbar mit Sun Ras Output, sagen Eingeweihte – der Albtraum jedes Diskographen. Außer einigen wenigen LPs wurden dort nur Singles verlegt. Manche in winzigsten Auflagen. Von „Psychology“, einer 7“ mit Don Cherry, wurden laut dem Vinyl-Anhänger und Saxophonisten und Nordström-Protegé Mats Gustafsson fünf bis zehn Exemplare gepresst. Manchmal bestanden die Veröffentlichungen aus Nordströms Solos über z.B. schon veröffentlichte Musik von Miles Davis oder von Dizzy Gillespie.

Die auf Archivaufnahmen spezialisierte Plattenfirma Elemental Music, die aus dem amerikanischen sowie dem spanischen Produzenten Zev Feldman und Jordi Soley besteht, bringt eine Live-Aufnahme von Dexter Gordon vom 11. September 1973 aus dem Kölner Subway Club als LP & CD heraus. Maxine Gordon, Dexter Gordons Witwe, sagt: „What makes these recordings special is the way Dexter plays live without thinking about the possibility that this would be recorded and eventually released for the world to hear. Hearing him play in these years is an extraordinary gift for us all.” Die Besetzung hierbei neben Gordon am Tenorsaxophon: Irv Rochlin, p, Henk Haverhoek, b, und Tony Inzalaco, dr. Und ja, „‘Round Midnight“ spielte man an diesem Abend auch.

Das breit aufgestellte Soul Jazz Records–Label aus London presst das Werk des Horace Tapscott, das einst auf dem eigens für ihn gegründeten Label Nimbus erschienen ist, nach. Den Auftakt macht als Dreifach-Vinyl sowie Doppel-CD „The Pan-Afrikan Peoples Arkestra –Live at the I.U.C.C.“ von 1979, erweitert durch einen Bonus-Track. Es ist dies nur eine unter vielen Aufnahmen eines nicht nur in Musikerkreisen hoch angesehenen Bandleaders und Pianisten von gesellschaftspolitischer Relevanz, der nahezu ausschließlich im Raum Los Angeles tätig war. Zeitgemäß und werbewirksam zitiert man den aus LA stammenden Kamasi Washington folgendermaßen: „I love Horace Tapscott! I love his music, his philosophies, and everything he did for the community that I grew up in.”

Ein Neuanfang für die Jazz-Szene in Rheinland-Pfalz – mit „JAZZ RLP – Landesverband für Jazz in Rheinland-Pfalz“ wurde ein Verein gegründet, der künftig die Jazzmusikschaffenden in Rheinland-Pfalz vertreten wird. Dieser Schritt wurde auch deshalb notwendig, da sich eine ältere Landesarbeits­gemeinschaft für Jazz in einem langjährigen Gerichtsverfahren befindet und seit geraumer Zeit handlungsunfähig ist. Mit der Gründung eines neuen Verbands wurde eine funktionierende Struktur geschaffen, die sich frei von Alt­lasten, geeint für den Jazz im Bundesland stark machen soll. Als 1. Vorsitzender wurde mit David Maier ein studierter Musiker und Kulturmanager gewählt, der neben seiner Funktion als Kulturkoordinator der Stadt Worms auch das internationale Musikfestival Worms: Jazz and Joy kuratiert. Die Saxopho­nistin und Jazzpreisträgerin des Landes Baden-Württemberg, ­Alexandra Lehmler, sowie Klaus Gasteiger, Jazzmusiker und Kulturmanager aus Mainz, wurden zu Stellvertretern gewählt. Der Jazzpädagoge Mirko Meurer fungiert als Generalsekretär, als Beisitzer im Vorstand wirken der Leiter der Jazzabteilung der Hochschule für Musik und mehrfache Echo-Jazz-Gewinner, Prof. Sebastian Sternal, die Leiterin der Jazzabteilung der Musikschule Ingelheim, Kerstin Haberecht, und Pit Marquardt, ­Vorsitzender der Musikerinitiative Tonkult.