LetterOne ‚Rising Stars‘ Jazz Award, ein jährlich stattfindender Wettbewerb, soll Jazzmusikern aus ganz Europa dabei helfen international bekannter zu werden. Er wurde von der Air Artist Agency von Burkhard Hopper ins Leben gerufen und von Mikhail Fridman, einem internationalen Geschäftsmann und Investor unterstützt, der das Alfa Jazz Festival in Lviv, das jetzt in Leopolis Jazz Festival umbenannt wurde, gründete. Die jeweiligen Gewinner des Wettbewerbs sollen die Gelegenheit bekommen auf Europas Spitzen-Jazz-Festivals aufzutreten. Im November startet der „LetterOne ‚Rising Stars‘ Jazz Award“, bei dem eine 5-köpfige Jury unter Vorsitz von Mikhail Fridman den ersten Gewinner ermittelt. Fridman erklärt: „Wir halten nach aufstrebenden Jazzmusikern Ausschau, nach neuen Talenten, die die Profi-Laufbahn einschlagen wollen – und wir wollen ihnen dabei helfen die Jazz Stars von morgen zu werden.“ Bewerbungen für den Wettbewerb können bis zum 28.10. als Uploads an www.l1risingstarsjazzaward.com gerichtet werden. Fünf Bewerber davon werden im November zu einem Wettbewerbskonzert nach London eingeladen. Der Gewinner wird dabei unmittelbar ermittelt. Info: www.airartistagency.com

John Abercrombie starb nach langer Krankheit am 22.8. im Alter von 72 Jahren. Der 1944 in Port Chester, New York geborene Gitarrist studierte am Berklee College of Music in Boston. Anfänglich richtete er sich nach Jim Hall, Barney Kessel und Tal Farlow aus. Sein Engagement in der Gruppe Dreams der Brecker Brothers machte ihn bekannt. In den Folgejahren spielte er mit Chico Hamilton, Billy Cobham, dem Gil Evans Orchestra, Jeremy Steig und Enrico Rava. 1974 legte er sein erstes Album bei ECM unter dem Titel „Timeless“ vor mit Jan Hammer und Jack DeJohnette. In den 1980er Jahren trat Abercrombie häufig mit seinem Gitarrenkollegen Ralph Towner auf. Er gehörte eine Zeitlang zum Quintett von Kenny Wheeler, arbeitete dann zusehends häufiger mit eigenem Trio, zu dem u. a. Dave Holland und Jack DeJohnette zählten. Abercrombie verfügte über eine breite stilistische Bandbreite, er drückte sich in Post Bop, Free Jazz, Avantgarde Jazz und in Jazz Fusion überzeugend aus.

Das Theo Jörgensmann Quartet formierte sich nach einer Pause von 14 Jahren wieder neu. Der nächste Auftritt der Formation, zu der neben dem Klarinettisten Jörgensmann der Vibraphonist Christopher Dell, der Bassist Christian Ramond und der Schlagzeuger Klaus Kugel gehören, findet am 20.10. im Kulturzentrum August Everding in Bottrop statt. Das Quartett unternahm drei USA/Kanada-Tourneen, trat von 1997-2003 bei vielen Festivals auf und legte die CDs „Snijbloemen“ und „To Ornette – Hybrid Identity“ vor. Info: www.joergensmann.dell.ramond.kugel-quartet.com

Blue Boat: Jazz & more auf der Spree heißt eine neue Veranstaltungsreihe, die Live-Jazz mit einer „blauen Reise“ in exklusiven Salonschiffen verbindet. Zusätzlich sorgen moderierte Talks mit Musikern und Experten sowie die entspannende Atmosphäre auf dem Wasser für mehr als ein normales Club-Konzert. Die Reihe startete am 16.9. mit Sebastian Studnitzky mit seinem Trio Classic Jazz. „Blue Boat“ wurde von dem Trompeter Bernd Bußmann und dem Schlagzeuger und DJ Martin Risel ins Leben gerufen. Unter dem Namen floating culture sind sie als neue Event-Veranstalter tätig. Kirk Schoormann als weiterer Freund stellt mit seiner Firma schiffskontor.de historische Holzboote und moderne Eventschiffe zur Verfügung. Das nächste derartige Event findet am 29.10. mit dem Sebastian Studnitzy Quintett mit Musikern des scopefestival.de statt. Am 25.11. gibt es dann die Autumn edition auf dem Schiff Stralau auf der Spree.

Das Clayton-Hamilton Jazz Orchestra wird vom 31.10.-11.11.2018 mit der Sängerin Cécile McLorin Salvant auf Tournee gehen. John Clayton arbeitet für diese Gastspielreise besondere Arrangements für die Sängerin und die Big Band aus. Ende September erschien ein neues Album der Sängerin unter dem Titel „Dreams And Daggers“. Info: clayton-hamiltonjazzorchestra.com, cecilemclorinsalvant.com, ungermusic.de

Courtney Pine veröffentlichte 1987 sein Debütalbum „Journey To The Urge Within“, das als erstes seriöses Jazzalbum in die British Top 40 aufstieg. Der 1964 in London geborene Saxophonist hat jamaikanische Wurzeln und spielte anfänglich auch Reggae. Sehr viel Beachtung fand er mit der Gruppe Jazz Warriors, die vom Arts Council of England gefördert wurden. Pine ist auch Rundfunk-Moderator, seine Sendung „Jazz Crusade“ läuft seit vielen Jahren auf BBC Radio 2. In letzter Zeit integrierte Pine moderne britische Popmusik wie Drum’n’Bass in seinen aktuellen Jazzstil. Ende Oktober veröffentlicht Pine sein neunzehntes Album unter dem Titel „Black Notes From The Deep“, das sowohl Funk inspirierten Jazz als auch wunderschöne Balladen zu Gehör bringt. Mit von der Partie ist sein Freestyle Records-Partner, der Soulsänger und Musiker Omar Lyefook MBE.

Annette Konrad und Mike Rafalczyk huldigen als Frl. Inge und Mr. Mike auf ihrer ersten CD „WunderBar“ auf dem Label Adair Records den zeitlosen Kompositionen von Gershwin über Cole Porter bis Jobim. Die Sängerin, Diseuse und Kabarettistin und der Posaunist und Trompeter geben diesen Songs mit Latin-Arrangements ein wohliges Sommer-Feeling, aber auch Dixie-Sounds und Jazz-Balladen sind zu hören. Kontakt: www.annettekonradmusic.com

Die Man Doki Soulmates eröffneten das 25. Sziget Festival im Budapest Park mit einem überwältigenden Line-up, zu dem Randy Brecker, Bill Evans, Mike Stern, Till Brönner und Klaus Doldinger gehörten. Dieser Auftritt war Teil der Man Doki Soulmates Konzertreihe „Wings Of Freedom – A Story Of Mother Europe“, die durch die europäischen Hauptstädte Paris, London, Berlin, Cannes führte. Die Tour wurde zweimal ausgezeichnet: Leslie Mandoki bekam die Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa überreicht, als glaubwürdiger Streiter für ein geeintes Europa und für seine Botschaft bei den „Wings Of Freedom“-Konzerten und er erhielt den internationalen MIDEM 2017 Achievement Award. Mandoki, der in Budapest geboren wurde, war als junger Jazzrock-Musiker 1975 aus der kommunistischen Diktatur in den Westen geflohen, um sich in Freiheit künstlerisch entfalten zu können. Als Musiker und Musikproduzent ist er seither unter anderem durch seine Arbeit mit Phil Collins, Lionel Richie oder Jennifer Rush international erfolgreich. In den vergangenen 25 Jahren hat Leslie Mandoki mit seinen Soulmates über 10 Alben aufgenommen und zahllose Konzerte gespielt.

Sam Bardfeld hat bei Brooklyn Jazz Underground Records eine neue CD unter dem Titel „The Great Enthusiasms“ vorgelegt. Die PartnerInnen sind Kris Davis, Piano und Michael Sarin, Schlagzeug. Bardfeld war Mitglied der Jazz Passengers, arbeitete mit Bruce Springsteen und spielte mit Roy Nathanson’s Sotto Voce, Joel Harrison’s String Choir, Steve Bernstein, Anthony Braxton und vielen anderen. Bardfelds Ausdrucksspektrum auf der Geige bewegt sich zwischen straight ahead und Free Jazz. Er legte 2002 beim Verlag Hal Leonard ein Buch über „Latin Violin“ vor. Info: www.SamBardfeld.com

Theiler I Flisch I Renold ist ein als Kollektiv konstituiertes Klaviertrio mit Schwerpunkt zeitgenössischer Jazz. Auf ihrer neuesten CD „European Hits“ auf dem Neuklang Label präsentieren sie Ohrwürmer aus der europäischen Pop-, Schlager- und Volksmusik wie „O sole mio“, „Einsamer Hirte“, „Über sieben Brücken musst du gehen“, „Quando, quando, quando“ und „Azzurro“ in einer neuen Ästhetik des zeitgenössischen Jazz. Yves Theiler an den Tasten ist ein junger Züricher Musiker, der Kontrabassist Rätus Flisch und der Schlagzeuger Tony Renold gehören zur älteren Generation der Schweizer Jazzmusiker. Sie sind Professoren an der Züricher Hochschule der Künste, leiten eigene Bands und arbeiteten mit weltbekannten Musikern wie Gary Burton, Kenny Drew Jr., Dave Liebman u. a.