Das Jazz-Institut Berlin präsentierte seine Nachwuchskomponistinnen anlässlich der kürzlich erschienenen CD „Planet 9“ in einem Konzert unter der künstlerischen Leitung von Julia Hülsmann, Professorin für Komposition. Schirmherr dieses Konzertes war der Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier.  Auf Initiative von Mia Knop Jacobsen und Olga Amelchenko, Studentinnen am Jazz-Institut Berlin, erarbeiteten insgesamt 14 Studentinnen der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin seit Mai vergangenen Jahres Kompositionen für die CD „Planet 9“, die Anfang April in der Reihe „jazz_betont“ bei dem Label der UdK Berlin erschien. Die Studentinnen setzten sich intensiv mit den Themen Feminismus, Diversität und speziell mit der Rolle von Frauen im Jazz auseinander. „‚Planet 9‘ steht zukunftsweisend für einen gerechteren Jazz, der neue, starke Stimmen hervorbringt“, sagt die Jazz-Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann. „Die jungen Komponistinnen knüpfen an die Offenheit und improvisatorische Natur des Jazz an. Sie besetzen einen Freiraum mit ihrer eigenen musikalischen Sprache.“ Info: www.hfm-berlin.de
Simone Kopmajer hat eine CD unter dem Titel „Good Old Times“ vorgelegt, deren Songauswahl sich wie eine Zeitreise durch einige der ganz großen Hits der Musikgeschichte liest. Die österreichische Sängerin, deren Markenzeichen „Soul in der Stimme & auf der Bühne: pures Dynamit“ hat, bietet neue Soul-, Pop- und Jazz-Interpretationen von Stücken von Van Morrison, Neil Young, Robert Meredith Willson, Richard Sanderson oder den Bee Gees. Als Partner wählte sie den Gitarristen Jean-Paul Bourelly, den Pianisten und Keyboarder Paul Urbanek, den Bassisten Jamaladeen Tacuma und den Schlagzeuger und Percussionisten Reinhardt Winkler.
Info: www.simonekopmajer.com
Allan Holdsworth starb am 16.4. nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren in Californien. Holdsworth setzte Maßstäbe für virtuoses, flüssiges Gitarrenspiel in der Fusion und Progressive-Rock-Ära. Durch seine Zugehörigkeit in der Mitte der 1970er Jahre zu Soft Machine und der New Tony Williams Lifetime sowie durch seine Partnerschaft mit Jean-Luc Ponty wurde der 1946 in England geborene Musiker besonders bekannt.  Durch den Einfluss von John Coltranes Legato-Phrasierungen entwickelte er eine einzigartige Spieltechnik mit der linken Hand, die ihn befähigte, lange, bläserartige Passagen zu spielen, die Musiker wie Stanley Jordan nachhaltig beeinflussten. Mitte der 1980er Jahre arbeitete er mit einem gitarrenbasierten Synth Controller, der ihm ganz neue Klangmöglichkeiten und akkordische Möglichkeiten erschloss, doch er bemühte sich dabei den für ihn typischen Gitarrensound zu bewahren.
Ahmad Jamal legt am 16.6. beim Label Jazz Village/Harmonia Mundi eine neue CD unter dem Titel „Marseille“ vor. Der 1930 geborene Pianist mit eigenwilliger Stilistik bringt in „Marseille“ seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass das französische Publikum ihn über sechs Jahrzehnte begleitet und gefeiert hat. Die Partner von Jamal sind sein langjähriger Bassist James Cammack, Schlagzeuger Herlin Riley und der Percussionist Manolo Badrena.
Die IG Jazz Berlin, die sich als Interessenvertretung der Berliner Jazzszene sieht, hat zu dem von Till Brönner vorgelegten Konzept zu einem „House of Jazz“ ein eigenes und unabhängiges Konzept mit dem Titel „Ein Haus für die Musik des 21. Jahrhunderts“ in ausführlichem Dialog mit der Szene, in zahlreichen Telefonaten und Treffen mit den Bundesverbänden Union Deutscher Jazzmusiker und Bundeskonferenz Jazz  und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa entwickelt. Dieses eigenständige Konzept zu einer zentralen Spielstätte für Jazz und improvisierte Musik ist jetzt Teil des laufenden Konzeptverfahrens zur Bespielung der Alten Münze in Berlin. Die IG Jazz Berlin befürwortet ausdrücklich den Vorstoß des Kultursenators von Berlin Klaus Lederer, sich für eine partizipative Ausgestaltung eines zentralen Ortes für Kunst und Kultur einzusetzen. Dieser würde zum einen die realen Förderbedarfe von Künstlern und Musikern berücksichtigen, zum anderen die Leerstelle in der Berliner Musiklandschaft füllen. Info: www.ig-jazz-berlin.de/house-of-jazz
Jaco Pastorius gastierte am 27.6.1982 mit einer 22-köpfigen Big Band in der Avery Fisher Hall in New York City. Der Mitschnitt dieses Auftritts erschien jetzt bei Resonance Records unter dem Titel „Truth, Liberty & Soul“ als Deluxe-Doppel-CD mit einem 100-seitigen Booklet mit seltenen Fotos, einem Essay des Jazz-Autoren Bill Milkowski, sowie Interviews mit dem Metallica-Bassisten Robert Trujillo, der die preisgekrönte Dokumentation JACO 2014 produzierte, dem Drummer Peter Erskine, dem Saxophonisten Bob Mintzer, dem Trompeter Randy Brecker, die alle mit Pastorius in der Big Band 1982 gespielt haben. Ein Teil des Konzerts, bei dem auch der Mundharmonikaspieler Toots Thielemans mitwirkte, erschien bei Warner Music Group/NPR Music,  die weiteren 40 Minuten des Auftritts in der Avery Fisher Hall wurden bislang noch nicht veröffentlicht. Info: www.jacopastorius.com
Hans Salomon erhielt von der Zawinul Foundation den Lifetime Achievement Award der „Z“ Awards 2017 im Wiener „Porgy & Bess“. Der 1933 in Wien geborene Saxophonist und Komponist war neben Joe Zawinul 1954 Mitbegründer der Austrian All Stars, lange Jahre gehörte er zur ORF-Big Band und arrangierte für so einige Americans in Europe. Die Zawinul Foundation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensziele und -Leidenschaften von Joe und Maxine Zawinul weiter zu verfolgen, indem sie Programme, Events und Kooperationen schafft, die deren Hingabe an Erziehung zur Musik als Erfahrung, die das Leben verändert, widerspiegelt. Das Joe Zawinul International Music Program wurde von der Zawinul Foundation for Achievement in Zusammenarbeit mit der Zawinul Musikschule in Gumpoldskirchen ins Leben gerufen, um Musikstudenten zu ermutigen, ihre Studien zu vertiefen, neue Fertigkeiten zu erwerben und sie mit internationalen Musikschulen zu vernetzen. Das Programm knüpft dabei an Joe Zawinuls persönliche Erfahrungen als die Welt bereisender Musiker an, dessen Wurzeln in der klassischen Musik dem Studium am Wiener Konservatorium zu verdanken sind. Info: www.zawinulfoundation.org
Notilus ist das neue Projekt von fünf etablierten Musikern aus Frankreich. Auf ihrer Debüt-CD, die bei Denovali Records erschien, kombinieren die Musiker cineastische Soundlandschaften, energetischen Jazz und atmosphärische Live-Elektronik. Info: www.denovali.com/notilus
Brian McCarthy legte eine CD unter dem Titel „The Better Angels Of Our Nature“ vor. Der Saxophonist bearbeitete dafür Vintage Kriegslieder wie „I wish I was in Dixie“, „Battle Hymn of the Old Repulic“ oder das Spiritual „Oh freedom“  in zeitlosem musikalischen Gewand, sowie neue Kompositionen, die zeitgemäß sind, für das Label Truth Revolution Recording Collective.  Den Titel der CD entlehnte er der Antrittsrede von Abraham Lincoln, der sich darin vor allem an die Bürger der Südstaaten wandte und  seine Hoffnung auf Versöhnung und  Wiedervereinigung ausdrückte. McCarthy verortet die „better angels“ im Herzen der Musik, thematisiert damit den Norden und Süden, die afroamerikanischen Sklaven, denen die Gleichberechtigung verwehrt blieb und spricht die heutigen kriegerischen Konflikte an. Für dieses Projekt erhielt McCarthy einen Creation Grant vom Vermont Arts Council. Er nahm diese Civil War History Songs mit einem Nonett auf, zu dem ehemalige Partner von Clark Terry gehörten, so der blinde Pianist Justin Kauflin, der Tenorsaxophonist Stantawn Kendrick und der Posaunist Cameron MacManus. McCarthy, Jahrgang 1981, lehrt an der University of Vermont, unterrichtet auch am Johnson State College und leitet Bands am Saint Michael’s College. Er richtete sein Lehrkonzept an dem von Clark Terry aus. Info: brianmccarthyjazz.com