Rund 170 Konzertmitschnitte der Internationalen Jazzwoche Burghausen werden zurzeit aufwändig im Bayerischen Rundfunk erschlossen und digitalisiert. Sie standen bis vor kurzem als nicht-sendefertiges Rohmaterial in den Regalen des BR-Archivs. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen dieses renommierten Festivals im März 2019 werden alle Mitschnitte dieses Sonderbestandes verfügbar sein und können dann in den Hörfunkprogrammen des Bayerischen Rundfunks eingesetzt werden. Bereits 1970, als die ersten Festivalsounds in der idyllischen Kleinstadt Burghausen ertönten, schnitt der BR umfangreich mit. In seither fast 50 Jahren sind dabei viele wertvolle Mitschnitte entstanden, darunter Konzerte von Dizzy Gillespie, John McLaughlin, Jamie Cullum, Pharoah Sanders, Art Blakey, Jon Hendricks und Tony Williams. Roland Spiegel, Jazzredakteur bei BR Klassik und treuer Festivalbesucher, liegt die Aufbereitung der Mitschnitte aus Burghausen besonders am Herzen: „Für uns als Programm-Macher ist es eine großartige Sache, dass jetzt Aufnahmen aus einigen der frühen und mittleren Jahrgänge des Festivals vollständig digitalisiert und inhaltlich erschlossen werden.“ Info: www.br.de

ACT/Tambour Managing Director Andreas Brandis und ACT Publishing Managing Director Petra Deka sind Mitglieder im neu gewählten Vorstand des VUT – Verband unabhängiger Musikunternehmen und stärken damit besonders im kulturpolitischen Sinne die Arbeit der Independent Labels in Deutschland. Tambour Music Management verzeichnet ein Jahr nach der Gründung reges Wachstum in den drei Schlüssel-Sparten Artist Management, Live-Booking und dem Kuratieren besonderer Konzertformate und wächst auch personell. Neben Pianist Michael Wollny vertritt Tambour nun auch die Genre-überschreitende Sängerin Lucia Cadotsch, Frankreichs Sopransaxophonstar Émile Parisien und den in New York beheimateten, international renommierten Klarinettisten und Komponisten Kinan Azmeh als Managementkünstler in allen Belangen ihrer strategischen Karriereentwicklung. Im Booking arbeitet Tambour aktuell mit so unterschiedlichen und wegweisenden Künstlern wie Eivind Aarset, Pablo Held, ADHD, Becca Stevens, KUU!, NES und Lucia Cadotsch zusammen. Neben schon etablierten, exklusiven Live-Formaten wie „Die drei Pianisten – Rantala/Mozdzer/Wollny“ und „Tears for Esbjörn Svensson“ bringt Tambour 2019 ein neues Format in die großen Konzerthäuser: „Tango Night“ mit dem argentinischen Tango-Orchester El Afronte, zusammen mit Émile Parisien und Vincent Peirani. Info: www.tambourmanagement.com

Willie Oteri’s Dark Matter Horns haben am 15.5. ein Album unter dem Titel „Narratives Vol. 1“ vorgelegt. Der Saxophonist, zu dessen Formation der Keyboarder und Percussionist Ricardo Acevedo sowie der Trompeter Dave Laczko gehört, legt am 14.12. ein Nachfolgealbum der Dark Matter Horns & O’clock unter dem Titel „Dark O’clock“ vor. Die Aufnahmen dazu entstanden am 27.9. live in Kenny Dorham’s Backyard in Austin, Texas. Dafür wurde nur ein kleiner, zweispuriger Stereo Recorder verwendet. Die Musik ist total improvisiert und besteht aus Free-Jazz-Elementen, experimentellen und elektronischen Musikstilen, enthält aber auch melodische Sequenzen. Info: willieoteri.com

Hamiet Bluiett, der besonders als Mitglied des World Saxophone Quartets bekannt wurde, starb am 4.10. im Alter von 78 Jahren in St. Louis. Bluiett lernte Flöte und Klarinette spielen bevor er zum Baritonsaxophon überwechselte. In New York konnte er sich dem Thad Jones/Mel Lewis Orchestra anschließen und arbeitete mit Sam Rivers und Charles Mingus, danach mit eigenem Quartett, zu dem Don Moye und Don Pullen gehörten. 1974 spielte er mit Anthony Braxton sowie den Black-Artists-Group-Kollegen Julius Hemphill und Oliver Lake eine Komposition von Braxton für vier Saxophone. Daraus ging 1977 das World Saxophone Quartet hervor, bei dem er bis Ende der 2000er-Jahre mitwirkte. Mit eigenen Gruppen bewegte sich Bluiett zumeist zwischen Blues, Gospel und Avantgarde Jazz, er arbeitete auch mit Babatunde Olatunji, Abdullah Ibrahim, Stevie Wonder und Marvin Gaye. 2002 kehrte er in seine Geburtsstadt Brooklyn, Illinois, zurück, verbrachte dann von 2012-2014 zwei weitere Jahre in New York bevor seine gesundheitlichen Probleme einsetzten aufgrund derer er kaum noch auftreten konnte.

Jerry Gonzalez wurde als eine Schlüsselfigur der New Yorker Latin Music Renaissance in den 1970er Jahren bekannt. Der Trompeter, der zur Puerto Rican immigrant community, den sogenannten Nuyoricans zählte, war ein Experte der afrokubanischen Musikstile. Gonzalez wurde 1949 in New York geboren, er studierte am New York College of Music und an der New York University. Er spielte Congas bei Dizzy Gillespie, gehörte drei Jahre zur Band von Eddie Palmieri und legte 1979 sein erstes Album unter dem Titel „Ya Yo Me Curé“ vor. Mit seinem Bruder Andy gründete er die Fort Apache Band, die Hardbop mit karibischen Musikelementen verquickte, zudem spielte er mit Tito Puente und Jaco Pastorius. Gonzalez wurde in dem Film „Calle 54“ des spanischen Filmemachers Fernando Trueba vorgestellt und wurde daraufhin in Spanien so bekannt, dass er dorthin übersiedelte. Gonzalez starb am 1.10. im San Carlos Clinical Hospital in Madrid an einem Herzanfall, den er nach einer Rauchvergiftung erlitt.

The Sazerac Swingers machen schon mit dem Titel ihrer neuen CD „Put The Jazz Back in Jazz!“ klar, was sie vermitteln wollen: nämlich Lebensgefühl, Mission, Statement. Ihr 76-minütiges, 18 Titel umfassendes Album ist gedacht als „ein musikalischer Schlag ins Gesicht der überverkopften Neu-Jazzer, der schweigenden Fußwipper, der Ins-Notenblatt-Starrer, der Pseudointellektuellen, der Genre-Grenzwächter, der Strohhutträger, der Frühschoppen-Dixieländer und der Barfußsänger – all denjenigen, die in den letzten Jahrzehnten dafür gesorgt haben, dass junge, feierfreudige Menschen die Nase rümpfen oder vor Angst erstarren, wenn sie das Wort ‚Jazz‘ hören“.

The John and Alice Coltrane Home in Dix Hills, New York (Long Island) soll restauriert und zu einem Kulturzentrum ausgebaut werden, das sich auch für Jazz Education einsetzt und das Erbe von Alice und John Coltrane bewahrt. Es soll auch ein spezieller „Coltrane Day“ eingeführt werden mit Konzerten und dem Ziel „Building Community Through Music“. Unterstützt wird das Vorhaben vom National Trust for Historic Preservation, einer von Privatpersonen ins Leben gerufenen Nonprofit Organisation, die sich für die Erhaltung historischer Orte in Amerika einsetzt. Info: www.savingplaces.org

Das Trio Carlini, Dodo Leo & Martin, das einen wilden Mix aus Rock, Pop, Country, Blues & Soul bietet, hat unter dem Titel „42nd Thunder Road“ eine neue CD vorgelegt. Darauf ist das internationale, in Hannover ansässige Trio, dessen Sound durch die Gitarren, die Percussion und den Gesang geprägt ist, mit zwölf eigenen Songs zu hören. Info: www.martin.dodoleo.carlini.de

Zur Dresdner Jazzgeschichte sind in letzter Zeit zwei Bücher erschienen, die zwei Bands porträtieren, die über Jahrzehnte das Dresdner Jazzleben mitbestimmt haben. Das im Sommer veröffentlichte Buch „The Famous Dresdner Tanzsinfoniker for Jazz“ befasst sich mit den Dresdner Tanzsinfonikern unter Leitung von Günter Hörig, eine der namhaftesten Big Bands der ehemaligen DDR, die bereits in den ersten Nachkriegsjahren gegründet wurde. Ein anderes stellt die Elb Meadow Ramblers – eine der dienstältesten deutschen Dixielandbands – vor. Das Buch erschien zum sechzigsten Gründungsjubiläum der Gruppe, die auch heute noch in modernerer Besetzung existiert. Beide Bücher wurden von dem Journalisten und Jazzfan Klaus Wilk verfasst, der beide Ensembles über Jahrzehnte geleitet hat und viele Wegbegleiter, Freunde und Musiker dazu interviewt hat. Aus den Nachlässen und Archiven sind beide Publikationen reich bebildert und mit Faksimiles versehen, so dass man die Dresdner Jazzentwicklung anhand von zwei der wesentlichsten Vertreter ihrer jeweiligen Jazzstile gut und lebendig verfolgen kann. Die Bücher sind im Radebeuler NOTschriften-Verlag erschienen. Info: www.notschriften.com

4 Wheel Drive nennen der Posaunist Nils Landgren, der Pianist Michael Wollny, der Bassist Lars Danielsson und der Schlagzeuger Wolfgang Haffner ihre Quartettformation, die sie vom 7.-19.4. in 10 deutschen Städten, sowie in Zürich vorstellen werden. Diese vier großartigen Solisten und Teamplayer, die mit ihren eigenen Projekten gefragt sind, versprechen mitreißende Auftritte im Rahmen der JazzNights, die bereits seit 20 Jahren von der Karsten Jahnke Konzertdirektion durchgeführt werden. Info: www.kj.de