Pyanook LAB ist der Name einer neuen Konzertreihe für Pianopioniere, Zukunftsträumer, Klangtaucher und Space Cowboys, die Anfang Mai in Freiburg startete. Beim Eröffnungskonzert stellte Ralf Schmid sein futuristisches Klavierprojekt Pyanook und die Augmented Reality-Kreateure von Marble Ar vor, die dem Flügel Flügel verleihen, mit Klängen, Farben und dem Spiel mit der Technik experimentieren.

Thomas Siffling hat mit dem Club des Belugas eine CD im „Club des Belugas Studio“ in Südfrankreich im vergangenen Sommer unter dem Titel „Ragbag“ für sein Label Jazznarts Records aufgenommen, die das erste gemeinsame Album „The ChinChin Sessions“ aus dem Jahr 2013 noch toppt. Aus der Zusammenarbeit dieser beiden Ikonen entstand eine Art NuJazz Supergroup.

Dot Time Records (NY, USA) präsentieren eine neue Konzertreihe im legendären Studio Nord Bremen. Dabei werden internationale Künstler des Labels in intimem Rahmen einem kleinen Publikum präsentiert. Das Studio Nord Bremen, das über eine einzigartige Sammlung von Vintage-Equipment verfügt, zeichnet in hoher Soundqualität jedes Konzert auf Band auf. Diese audiophilen, vollanalogen Live-Aufnahmen werden als „Studio Nord Sessions“ in einer Special Limited Vinyl Edition auf dem Dot Time Records Vinyl Label veröffentlicht. Das erste Konzert fand am 12.5. mit der in den Niederlanden ansässigen Vokalistin, Komponistin und Arrangeurin Deborah Carter statt, die mit Zandscape unter der Leitung von Mark Zandveld arbeitete. Info: www.dottimerecords.com/snsessions

Hans Lüdemann legte im Mai die erste CD seines Oktetts TransEuropeExpress unter dem Titel „Polyjazz“ bei BMC Records vor. Zu dieser Formation haben sich acht hochkarätige deutsche und französische Musiker zusammengefunden, die gemeinsam musikalische und menschliche Grenzen überschreiten. Mit Lüdemann arbeiten die Saxophonistinnen Silke Eberhard und Alexandra Grimal, der Posaunist Yves Robert, der Geiger Theo Ceccaldi, der Gitarrist Ronny Graupe. Für die rhythmische Basis sorgt das Trio ROOMs mit Sebastien Boisseau, Dejan Terzic und dem künstlerischen Leiter der Band Hans Lüdemann, der die Hälfte der Kompositionen geschrieben hat. Sie weisen eine stilistische Offenheit mit Elementen aus Rock, Minimal, Neuer Musik, Elektronik, Mikrotonalität und freier Improvisation auf. Info: www.hansluedemann.de

Neuland wählten der Gitarrist Julian Scarcella und der Schlagzeuger Christoph Wirtz als Name für ihr aktuelles Duo, das die neuen technischen Möglichkeiten wie dem sogenannten „Loopen“ auslotet. Sie integrieren die Looping-Techniken in ihr Ensemblespiel, das sich in den Bereichen des Jazz und der experimentellen Musik abspielt. Durch den kreativen Umgang mit den Loops schaffen es die beiden neben dem spielen und improvisieren über live eingespielte Sequenzen auch variable Teile für die Stücke zu entwerfen. Somit werden moderne Techniken mit intensivem Instrumentalspiel kombiniert. Info: www.scarcella.eu

Die jazzopen stuttgart gewannen den Live Entertainment Award in der Kategorie „Festival des Jahres 2017“. Die Verleihung des deutschen Veranstalterpreises fand am 9.4. in der Festhalle in Frankfurt am Main statt und wird jährlich vergeben. Die Opus-Gruppe stellt sich mit der Tochterfirma Opus Arts & Entertainment GmbH neu auf und weitet ihr Geschäftsfeld auf digitale Medien, Tonträger, TV- und Audiorechte sowie Künstler-Management aus.

Kaja Draksler wird im Rahmen des North Sea Jazz Festivals mit dem Paul Acket Award ausgezeichnet. Dieser Preis, der nach dem Gründer des Festivals benannt ist, wird alljährlich an KünstlerInnen vergeben, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Musikalität mehr Beachtung verdienen. Draksler wurde in Slowenien geboren, lebt jedoch seit ihrem 18. Lebensjahr in Holland. Die Pianistin, deren Markenzeichen freie Improvisation mit modernen Klassik-Einflüssen ist, legte sieben Alben als Bandleaderin vor, sowie ein Soloalbum unter dem Titel „The Lives Of Many Others“. Draksler arbeitet als Pianosolistin sowie im Duo mit ihrer Pianokollegin Eve Risser, mit der sie das Album „To Pianos“ veröffentlichte. Sie tritt auch immer wieder einmal mit ihrem Oktett auf, das Songs und Improvisationen mit von moderner Klassik inspirierten Kompositionen spielt und mit dem sie sich auch beim North Sea Jazz Festival Mitte Juli präsentiert. Info: www.kajadraksler.com

Franco Ambrosetti wird am 24.6. im Rahmen von JazzAscona mit dem Swiss Jazz Award 2018 geehrt. Der 2007 ins Leben gerufene Swiss Jazz Award ist der älteste Jazzpreis in der Schweiz. Seit 2013 wird die Publikumsabstimmung durch die Bewertung einer Fachjury ergänzt. Sie wählt fünf Schweizer Jazzformationen/Jazzmusiker aus, die mit einer in den vergangenen 18 Monaten veröffentlichten CD bei den HörerInnen von Radio Swiss Jazz am meisten Anklang fanden. Im vergangenen Jahr ging der Swiss Jazz Award an den über 80-jährigen Saxophonisten Bruno Spoerri für sein Lebenswerk. Unterstützt wird der Preis vom Migros-Kulturprozent.

Dafnis Prieto legte unter dem Titel „Back To The Sunset“ das Debüt-Album der Dafnis Prieto Big Band vor. Der Schlagzeuger, Komponist und Bandleader, der 1999 aus Cuba in die USA übersiedelte, wurde mit mehreren Preisen für seine künstlerische Arbeit bedacht, u. a. erhielt er 2011 den MacArthur Fellowship. Prieto wird vom 7.-10.6. mit seiner Big Band im Jazz Standard in New York auftreten und am 10.11. in der Carnegie Hall ein Konzert geben.

Sebastian Gille erhält den je zur Hälfte vom Land Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk gestifteten SWR Jazzpreis 2018. Die Auszeichnung wird dem Saxophonisten am 15.10. beim Enjoy Jazz Festival in Ludwigshafen überreicht. Im Preisträgerkonzert wird Gille mit seinem Quartett auftreten, zu dem Elias Stemeseder, Piano, Robert Landfermann, Bass, und Jim Black, Schlagzeug, gehören. Die Begründung der Jury: „Mit Sebastian Gille gewinnt in diesem Jahr ein Musiker den SWR Jazzpreis, der dem Jazz eine neue richtungsweisende Saxophonsprache hinzufügt. Sebastian Gille hat eine ganz eigene Kunst darin entwickelt, den Saxophon-Sound spontan zu wandeln und mit vielfältigen Farben und Emotionen aufzuladen. Ihm gelingen Improvisationen von großer melodischer Kraft und rhythmischer Dringlichkeit. Besondere Interaktionsfreude hat er in Kollaborationen mit dem Schlagzeuger Jim Black, dem Kontrabassisten Robert Landfermann, dem Pianisten Pablo Held, der NDR Bigband mit Michael Gibbs und dem Saxophonisten Dave Liebman bewiesen.“ Der SWR Jazzpreis ist der älteste Jazzpreis Deutschlands und wird 2018 zum 28. Mal vergeben. Die Jury besteht aus je zwei Vertretern des SWR (Günther Huesmann/Juryvorsitz und Julia Neupert), des Landes Rheinland-Pfalz (Georg-Rudolf May, Karsten Mützelfeld), einem Mitglied einer Jazzorganisation (Pablo Held, Union Deutscher Jazzmusiker) und zwei unabhängigen Musikkritikern (Bert Noglik, Stefan Hentz). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Sebastian Gille wurde 1983 in Quedlinburg geboren und lebt heute in Köln. Ebenfalls nominiert für den SWR Jazzpreis waren der Vokalist Theo Bleckmann und die Harfenistin Kathrin Pechlof.